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Unterwegs mit der Ukulele





  Oktober 2017 - erstmals begebe ich mich mitten im Herbst auf eine mehrtägige Radtour. Mit etwas Glück lässt sich eine Woche "Goldener Herbst" erwischen, hoffte ich. Doch ich bekomme das Gegenteil: Ausläufer des Sturmtiefs Xavier. Besonders im Nordwesten richtete der Sturm reichlich Schaden an: Bäume wurden entwurzelt, sogar Menschen kamen ums Leben. Gegen die Regengüsse war ich in Plastik verpackt. Doch es gab auch sonnige Momente bei meiner Tour im Herbst am Rhein.


Juli 2017 - meine diesjährige Sommertour führt mich ins südliche und östliche Tschechien - usprünglich mit dem Ziel Slowakisches Paradies im Nationalpark Niedere Tatra. Doch breits die mittelböhmischen Gefilde zwischen Prag und Böhmisch Kanada* sind respektvoll wellig. Mehr als das machen mir im Süden Mährens Temperaturen an die 40 Grad zu schaffen. Im Umfeld einiger weiterer gegen mein ursprüngliches Vorhaben sprechender Aspekte (in den Nachrichten lese ich von Waldbränden), entscheide ich mich für eine Änderung meiner Strecke. Ich pedaliere daher überwiegend auf dem Radfernweg Greenway Prag - Wien - und lerne Land und Leute des mir eigentlich recht vertrauten Nachbarlandes besser kennen als je zuvor. Unweigerlich treffe ich auf Spuren der Geschichte, der älteren wie der jüngeren.



Himmelfahrt 2017 - meine diesjährige Frühlingstour führte mich wieder nach Bayern, wieder nach Füssen, wieder ins Allgäuer Alpenland - allerdings von einer anderen Richtung, nämlich vom Norden. Vor dem Beginn meiner Radelei besuche ich die Ukulelen-Werkstatt von Brüko in Kitzingen am Main, von dort radle ich am Main entlang nach Würzburg, von wo mich der Radweg Romantische Straße nach Füssen führt.



Þýskaland
  Juli 2016 - wegen der witterungsbedingten Verkürzung meiner Island-Tour habe ich noch drei Wochen Zeit für einen Plan B. Der ist zunächst die Westküste Dänemarks nach Hamburg und von da an der Elbe nach Dresden zu radeln. Doch auch in Dänemark macht mir anhaltendes Regenwetter einen Strich durch den Plan. Erst Plan C, der einen Teil von Plan B enthält, lässt sich in Gänze verwirklichen: "Kreuz und quer durch Þýskaland" - eine Radelei durch Ostfriesland, durchs Wendland und Ostelbien.


ISLAND
 Juno 2016 - die Welt des Fußballs schaut verblüfft auf den EM-Neuling Island... Ich erlebe die unerwarteten Triumphe wie die Ernüchterung der Isländer mitten unter ihnen, auf einem Zeltplatz in the middle of nowhere und beim kollektiven Bangen zu Füßen des historischen Nationalhelden Ingólfur Arnarson in der Hauptstadt Reykjavík. König Fußball hat sich zwar medial wie vor Ort etwas vor die anderen schönen Nebensachen der Welt gedrängelt, mein Reisemotiv blieb in jedem Fall das Radeln im Land der unzähligen Wasserfälle, der Gletscher, Vulkane und Geysire...


  Himmelfahrt 2016 - es geht mal wieder in die Berge. Diesmal nach Oberbayern, vom romantischen Königssee zum Bodensee, immer die schneebedeckten Gipfel der Alpen im Blick. Der Frühling hat sich eingestellt, genau zur rechten Zeit - eine Woche lang habe ich feinstes Radelwetter. Mein neues Reiserad und mein neues (nun wasserdichtes) Gepäck wird zunächst keiner besonderen Prüfung unterzogen, erst am letzten Tag der Tour brauche ich Cape & Co... Erst weil es Regen gibt, wird sonniges Wetter schön... Alles gehört zum Leben, erinnerst du dich? Regen, Wind und Sonneschein... Es gibt immer was zu radeln...


  Im Altweibersommer 2015 - infolge der Trockenheit zeigen bereits die letzten Augusttage frühherbstliche Laubfärbung - nutzte ich ein verlängertes Wochenende für eine viertägige Tour durch die Oberlausitz. Zunächst geht es durch die Dresdner Heide nach Radeberg, über Pulsnitz und Kamenz zum "Frosch-Radweg", dort über Kromlau nach Bad Muskau, weiter nach Rothenburg an der Neiße entlang, dann durch die Teich- und Seenlandschaft der ehemaligen Tagebaustätten bei Bautzen- und von da heimwärts an die Elbe.


  Im Sommer 2015 umradelte ich die nasse Insel einmal im Ganzen, vom "Sunny South East" zu den sturmumtosten Blasket Islands am westlichsten Zipfel Europas, dem "Wild Atlantic Coastway" nach Norden folgend, zur "Wendeschleife" bei Malin Head - quasi das Nordkap von Irland, dann ostwärts durch Antrim und über die Hauptstädte Belfast und Dublin zurück zur Fähre im südöstlichen Rosslare. Während meine sächsische Heimat wie das übrige kontinentale Europa unter Hitze und Trockenheit litt, erlebte ich in Irland ein Warten auf den Sommer...


  Himmelfahrt 2015 war mir ein willkommener Anlass, dem wahren Himmel etwas näher zu sein. Bis Pfingstmontag hatte ich 12 Tage, die beachtlichen Höhen des Böhmerwaldes zu durchradeln und dem Lauf der Moldau zu folgen. Im heimischen Elbtal längst verblühte Blüten begannen dort, in den kühlen Bergen des Sumava Nationalparkes, gerade erst ihre Pracht zu entfalten - es duftete und duftete himmlisch...



  Im Frühling 2015 ging es in meinen "zweiten Frühling" - den zweiten mit dem Rad... Doch der fällt ziemlich in den Schnee. Was will man machen? Man muss die Feste radeln, wie sie fallen.


  Im Sommer 2014 ging es mit dem Rad an die Donau. Für die knapp 1000 Kilometer vom Schwarzwald bis zum Wienerwald benötigte ich (entgegen meinen vorsichtigen Planungen) nur 12 Tagesetappen - ich hätte unter diesen Bedingenen noch genügend Zeit für eine Weiterfahrt zur Mündung in Rumänien gehabt, war darauf aber nicht vorbereitet und wollte zum Beginn meines neuen Radlerlebens nicht gleich übertreiben...


 Im Frühling 2014 konnte ich endlich angehen, was ich zwei Jahre zuvor schon "auf der Agenda" hatte: eine größere Radwanderung. Gut vorbereitet machte ich mich Ostern per Bahn auf den Weg an die Quelle der Unstrut und radelte am Fluss entlang zur Mündung in die Saale - und von da nachhause. Die fünftägige Fahrt sollte lediglich eine Teststrecke für eine längere Sommertour sein... Aber sie wurde mehr. Im Rückblick kann ich die "Teststrecke" als Initialzündung für einen weitaus bewegteren Lebenswandel betrachten...




Hier begann meine "grüne Zeit" - das Ukulele-Radeln. Aber auch in meiner vorherigen Reisebiografie war immer ein kleines Instrument mit unterwegs, sei  es die Ukulele, eine kleine Gitarre oder ein Mundharmonika.






  Im  Sommer 2013 lief kurz vor Ferienbeginn einiges gegen meine Italien-Pläne. Als Alternative ging es dann mit nur zwei Wochen Vorbereitungszeit auf die Balkanhalbinsel, zunächst durch die Alpen (Österreich), Dolomiten (Italien), dann die dalmatische Küste hinunter ins Land der Skipetaren... Die noch immer sehr abgeschiedenen Berge im Norden Albaniens waren mein erstes Ziel. Doch nach wenigen Tagen war mir - und besonders dem Auto - dieses Albanien dann doch noch etwas zu holprig... Die Straßenzustände ließen nicht nur in den abgelegenen Gegenden sehr zu wünschen übrig, keine oder sehr mangelhafte Beschilderung an großen Kreuzungen, Polizei, die sich mit dem Anhalten von Fahrzeugen die Zeit vertreibt, Kinder, die dir in die Taschen greifen... Ich durchquerte Albanien in südlicher Richtung, um die Grenze nach Griechenland zu passieren, wo es mich bis hinunter in den südlichsten Zipfel des Pelopponnes trieb. Auf der Rückfahrt durchquerte ich die ex-jugoslawischen Länder Mazedonien, Kosovo (Serbien), Montenego, Bosnien, Kroatien und Slowenien, von da über Ungarn, Slowakei und Tschechien nachhause: Knapp 10 Tausend Kilometer durch 13 Länder - da dauert das Sortieren der Fotos etwas länger...


 
 Im Winter 2013 lockte (als kleiner "Trost" für den verlorenen Sommer 2012) die Insel des ewigen Frühlings, La Palma. Anlass des Ausflugs war mir der alljährlich am Rosenmontag zelebrierte "Tag der Indianer", Bestandteil verschiedenster Karnevalsbräuche - ein sehr exotisches Inselfest... Die Idee zur "Teilnahme" kam mir sehr spontan in der Silvesternacht. Etwas angesäuselt buchte ich via Internet den letzten freien Platz in einem Flugzeug.Vo da an gab es kein Zurück, nun musste ich meine Aversion gegen das Fliegen (und damit verbundenes Rauchverbot in der "Holzklasse") überwinden. Dann sagte ich mir: Wenn ich trotz der Aufregung eh schon stundenlang auf Zigaretten verzichten muss, so wäre der schwierige Anfang vom Aufhören quasi bereits gemacht... Nun ja, das schlimme Laster ausgerechnet im kanarischen "Raucherparadies" aufzugeben, das erfordert mehr als starke Willenskraft. Zum Heimflug kam mir eine ausgewachsene Bronchitis zu Hilfe...




Im Sommer 2012 sollte es mal ganz sportlich und "öko" zugehen, mit dem Rad die Elbe entlang bis Hamburg... Doch da durchkreuzte im Frühling ein lädiertes Knie alle Pläne. Zum Glück heilte sich alles von selbst, aber das brauchte seine Zeit und da war dieser Sommer leider vorbei...


Im Sommer 2011 entschied ich mich recht spontan für eine Fahrt durchs alte England, nach Wales und Schottland. Auf abgelegenen Insel Orkney gab ich mein wahrscheinlich ungewöhnlichstes Konzert - für eine große Herde Kühe... Auf der Hinfahrt lag Brüssel, auf der Heimfahrt Paris am Weg.

  Irgendwie ließ mich das Reisefieber nach der Heimkehr nicht los. So ging es nach dem Sommer im hohen Norden im Herbst 2010 gleich noch tief in den Süden: auf eine "Spazierfahrt nach Syrakus" - für einen Spaziergang in Seumes Spuren reichten die zwei Wochen Herbstferien nicht...

Im Sommer 2010 folgte ich der Einladung von Freunden in Norwegen, Schweden, Finnland und Lettland und begab mich auf die längste aller Fahrten...



Im Winter 1994 (ich studierte im 7. Semester Ethnolgie an der FU Berlin) unternahm ich eine Exkursion zu den Ureinwohnern Mittelindiens, in der Region des damaligen Bundesstaates Orissa (seit 2011 Odisha) und Andra Pradesh. Doch um dahin zu kommen, muss man erst mal nach Indien fliegen. Als ich Anfang Januar in Kalkutta landete, hatte ich viele Vorstellungen von Indien, aber wenig Ahnung, was mich tatsächlich erwartet. Die frühmorgendliche Taxifahrt durch Kalkutta kam mir wie ein Albtraum vor: Ich hatte mich doch auf die Suche nach dem letzten Paradies aufgemacht, nicht nach den übelsten Elendsvierteln dieser Welt...

Im Sommer 1991 erfüllte ich mir einen lang geträumten Wunsch: einmal ringsherum durch das Land der Indianer, der Hippies, des Blues, des Jazz, tiefer Canyons und riesiger Wolkenkratzer. Und weil es so überwältigend war, musste es 1993 gleich nochmals über den großen Teich gehen. Die 1000 Bilder davon sortiere ich noch heute... Aber ich bleibe dran und werde einige davon zeigen.