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Stimmung(en)

C-Stimmung (G-C-E-A)

D-Stimmung (A-D-F#-H)

    Das C frisst das D... Seit einiger Zeit ist unter Ukulele-Enthusiasten der Streit um die "richtige" bzw. "originale" Stimmung entbrannt - C (genauer: C6) oder D (D6) ist hier die Frage. Mit letzter Gewissheit lässt sich das bisher nicht beantworten, aber hier sind einige Fakten: In Songbüchern aus den USA finden sich für Sopran-Ukulelen bereits Anfang des 20. Jahrhunderts beide Stimmungen nebeneinander, die C-Stimmung (G-C-E-A) wie die D-Stimmung (A-D-F#-H). Im Zeitalter des Jazz passten sich die Ukulelisten aber auch den für Bläser bevorzugten b-Tonarten an.


I
n einem Notenheft (ca, 1925, ob. Abb.) wird empfohlen, die Ukulele "as follows" (wie folgt) zu stimmen, nämlich in G-C-E-A, also in der C-Stimmung. Das bedeutet dann aber, die angegebe Stimmung ist noch nicht als "Standard" festgelegt, sondern lediglich eine von mehreren Möglichkeiten.

           In einem anderem Notenheft (ca. 1926, ob. Abb.) wird ein Song mit den Akkord-Diagrammen der D-Stimmung angegeben, aber empfohlen nach Eb umzustimmen. Das heißt also einen Halbton höher als die D-Stimmung stimmen (nach D#), in der "erniedrigten" Schreibweise entspricht das der im Jazz beliebten Eb-Stimmung (Bb-Eb-G-C). Über die einstige Dominanz der D-Stimmung gibt es auch einen Hinweis in der englischsprachigen Wikipedia. Demnach war diese Stimmung zu Beginn des 20. Jahrhunderts - als hawaiianische Folklore in den USA beliebt wurde - noch in vielen Songbüchern und Akkordtabellen angegeben. Darüber hinaus finden sich in der damaligen Notenliteratur aber auch die verschiedensten Umstimmungen, um den bevorzugten Tonarten und komplexen harmonischen Abläufen der Jazz-Ära gerecht zu werden, also Songs in den Tonarten F, B, Eb oder Ab begleiten zu können, wie beispielsweise bei einem der bekanntesten Ukulelespieler jener Zeit, Cliff Edwards (Ukulele Ike).

Die aktuelle Popularität der Ukulele verdankt sich besonders dem Einfluss des Internet, in Youtube machten zunächst Ukulele-Videos aus den USA die Runde, gefolgt von vielen weiteren aus Grobritannien, Australien und Neuseeland, wo die sogenannte "Hawaiian Tuning" als Standard gilt. Dem entsprechend findet sich in vielen heutigen Songbooks und Lehrbüchern immer häufiger die C-Stimmung. In Kanada und auf dem europäischen Festland erhielt sich jedoch teilweise die D-Stimmung - mit entsprechender Literatur für die D-Stimmung. Doch selbst berühmte Ukulele-Virtuosen wie Roy Smeck (USA) und Georg Formby (UK) bevorzugten die D-Stimmung, obgleich sie ja nicht aus "D-Gefilden" stammen.  Für die zu Zeiten des US-Vaudeville bevorzugte D-Stimmung spricht der lautere Klang der höheren Stimmung. Es gab damals (um 1900) keine Mikrofone und Tonabnehmer - in der höheren D-Stimmunng konnte sich das kleine Instrument einfach besser durchsetzen. Als weiteres Argument für die D-Stimmung wird häufig die Stimmlage von Kindern genannt, als sei das Instrument und seine Stimmung in erster Linie für Kinder entwickelt worden. Tatsächlich fällt der eine Ton Unterschied weder bei Kindern noch bei Erwachsenen ins Gewicht. Und warum sollten Kinder aus Kanada oder Deutschland eine andere Stimmlage als jene aus den USA und Australien haben?

Welche Stimmung man letztlich bevorzugt, ist eine Frage der Gewohnheit. Da mir beispielsweise zuerst die D-Stimmung über den Weg lief, benutze ich diese meistens und für die meisten Lieder passt sie gut zu meiner Stimmlage. Es gibt aber etliche Lieder, da hat meine Stimme "mehr Luft nach unten", dann bevorzuge ich die C-Stimmung, ebenso für einige Instrumental Stücke, wo der tiefere Klang angenehmer ist. Natürlich nutze ich die C-Stimmung, um etwa in Videos anderen C-Spielern auf die Finger zu schauen und deren Stücke einzuüben. Ob ich das Lied dann in der "originalen" Stimmung oder in einer anderen spiele, ist letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Ich stimme dem kanadischen Ukulelisten James Hill zu, indem ich behaupte, man sollte sich nicht durch eine Bevorzugung (vom Rest der Welt) isolieren. Als fortgeschrittener Spieler wie als Unterweisender hat man irgendwann ohnehin einige weitere Ukulelen - und nutzt sie in verschiedenen Stimmungen. Man muss deshalb ja nicht alle Griffe neu lernen, sondern lediglich wissen, wie man transponiert, d.h. von einer Tonart in eine andere überträgt. Weiteres zur unterschiedlichen Entwicklung der Ukulele finden sich auf der Seite Geschichte. Eine ausführliche Diskussion über die Frage "C vs D" findet sich (in englisch) auf ukuleleyes.com.




Sopran-Ukulelen sind von europäischen Herstellern oft noch für die D-Stimmung (A-D-F#-H) besaitet, wobei die D-Saiten auch  noch das Runterstimmen auf C vertragen; mein Spruch zum Merken: "Alle dummen Fische häkeln". Die populäre hawaiianische C-Stimmung (G-C-E-A) wird international inzwischen als Standard bezeichnet. Die Akkordtabelle für Anfänger und mein "Ukulelezirkel" enthalten beide Stimmungen.

Bariton-Ukulelen haben eine G-Stimmung (D-G-H-E), also wie die unteren vier Saiten einer normalen Gitarrenstimmung. Daher klingt sie quais wie eine viersaitige Gitarre und wäre somit die "Ukulele", die man am ehesten als "geschrumpfte" Gitarre bezeichnen könnte.

Bass-Ukulelen werden unter dieser Bezeichnung zwar seit einiger Zeit verschiedenen Herstellern mit einer E-A-D-G-Stimmung angeboten, wegen der kurzen Mensur ist der Klang rein akkustisch aber relativ leise. Der Kontrabass-Effekt wird dann meist nur durch elektronische Verfemdung/Verstärkung simuliert.

Tenor- und Konzert-Ukulelen sind üblicherweise für die hawaiianischen C-Stimmung besaitet.

Sopranino-Ukulelen sind verkleinerte Sopran-Ukulelen, sie passen tatsächlich in eine etwas größere Westentasche. Nach ersten Scherzvarianten haben sich auf den Märkten mittlerweile durchaus qualiativ gute Modelle eingefunden. Mehr als minimalistisches Akkordgeschrammel ist darauf aber kaum möglich.

Im polynesischen und melanesischen Raum sind weitere Bauarten und Stimmungen verbreitet, einige Beispiele finden sich am Ende dieser Seite.

Mahalo Gitarrenukulele Sogenannte Gitarren-Ukulelen ähneln in der Form einer in die Länge gestreckten Ukulele, sind aber wie Gitarren gestimmt. Die vom chinesischen Hersteller Mahalo angebotenen Modelle - minderwertig, dafür schön bunt - werden derzeitig von einigen Händlern angeboten.
Sogenannte Gitarlelen sind ebenfalls kleine Gitarren, die lediglich eine Quarte höher als normale Gitarren gestimmt sind, meines Wissens nur von Yamaha hergestellt.

 


Die Stimmgabel
ist für jeden vorzuziehen, der ein geübtes Ohr hat. Stimmvorgang am Beispiel der D-Stimmung: Man stimmt nach dem Gehör zuerst die A-Saite, danach drückt man diese im 2. Bund (wodurch sich der Ton zu H verändert) und kann den mit der H-Saite (unterste) vergleichen. Anschließend drückt man die F#-Saite im 3. Bund (wodurch sie als A klingt) und kann sie demnach mit der zuerst gestimmten A-Saite vergleichen. Zum Stimmen der D-Saite gibt es zwei Möglichkeiten, am besten man kombiniert sie. Einerseits kann die D-Saite im 4. Bund gedrückt werden (wodurch sie al F# klingt) und dann vergleicht man mkit der darunter liegenden F#Saite. Andererseits kann man die H#Saite im 3. Bund drücken (wodurch sie als D klingt) und dann die Oktave mit der D-Saite abgleichen. Das erfordert ab ein gutes Gehör und je nach Bundreinheit muss man dabei Kompromisse machen, damit die Akkorde sauber klingen. Bei vielen Ukulelen ist an dieser Stelle keine Bundreinheit zu erwarten. ** Vorsicht! Neben minderwertigen Instrumenten sind auch immer mehr Stimmgabeln aus China im Handel... Die sind zwar billiger, aber nur selten findet man darunter eine, die wirklich exakt auf den Kammerton A geprüft wurde. Die Abweichungen schwanken um hörbare Zehntel und sind völlig inakzeptabel, insbesonder wenn man gemeinsam mit anderen musizieren möchte.

Elektronische Stimmgeräte können für Anfänger hilfreich sein. Doch auch bei diesen Geräten gibt es Qualitätsunterschiede... Und ein elektronisch genau gemessene Frequenz der einzelnen Saiten bedeutet noch nicht, dass das Stimmung auch "in sich" stimmt, das ist nur mit gutem Gehör und Erfahrung möglich.Prinzipiell: Musik kommt von Hören, nicht vom Beobachten eines elektronischen Zeigers! Das mag sich nach Binsenweisheit anhören, in der Praxis sieht es aber so aus, dass die kleinen Stimmgeräte (Tuner) bei den meisten Spielern als Dauerzubehör am Instrument klemmen - und so hört es sich dann meistens auch an: ziemlich daneben!

Ein kleiner Schraubendreher gehört auch in die Tasche, denn gelegentlich muss man die Wirbel mit einem kleinen Schraubendreher etwas nachziehen. Sind die Wirbel zu locker, "rutschen" sie unter der Saitenspannung zurück. Die Wirbel lockern sich beispielsweise durch Vibrationen während eines längeren Transportes, deshalb sind sie sowohl nach Versand als auch im Laden meist zu locker.

Neue Saiten sollte man eine oder besser zwei Wochen vor dem Spielen stimmen, etwas einspeilen und immer wieder nachstimmen. Erst dann halten sie die Spannung und somit Stimmung gut - wenn man das Instrument nicht großen Temperaturschwankungen aussetzt, braucht man später nur selten nachstimmen. Natürlich gibt es auch bei den Saiten Qualitätsunterschiede. Karbonsaiten werden oft gelobt, aber da kommt es auch auf das Holz der Ukulele an. Ich benutze für meine Brüko-Ukulelen die Nylon-Saiten des Herstellers und habe da gute Erfahrungen, halte ich mich daher aus Fachsimpeleibesser raus.

Mehrchörige Ukulelen - Einige Ukulelen sind wie unten gezeigt gestimmt. Die "modernistische" 8-saitige (8-chörige) Ukulele rechts im Bild stammt von Hiva Oa, einer der Marquesas-Inseln im Südpazifik. Sie ist wie in der Abbildung darunter gestimmt.

alles-uke.de