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Der Kauf eines Instrumentes

Gerade für Anfänger ist es besonders wichtig, ein Instrument zu spielen, bei dem man nicht nach kurzer Zeit die Lust verliert. Leider ist das Angebot in vielen Musikläden dürftig oder auf "Hauptsache billig" angelegt. Das gilt für Ukulelen wie für Gitarren gleichermaßen und man braucht Glück und gute Beratung, um dennoch etwas Spielbares zu finden. Auch die im Internet feilgebotenen "Instrumente" weisen oftmals inakzeptable Mängel auf - und ein höherer Preis muss keine Garantie für Qualität sein. Ein erfahrener Musiker ist hier meistens der bessere Berater als der Verkäufer...




Die Ausleih-Ukulele und die Lehrer-Ukulele dürfen sich in der Pause auf dem Sofa ausruhen.
Aber immer nur stehend! Warum? Damit sich niemand draufsetzen kann...


Wer bei mir Unterricht nimmt, dem kann ich für die ersten Wochen ein Leihinstrument anbieten - ich habe immer einige gute Ukulelen und einfache Gitarren vorrätig. Um eine akzeptable Gitarre zu finden, begleite ich Sie auch gern in einen Musikladen meines Vertrauens und prüfe die Instrumente gründlich auf ihre Spielbarkeit, Ukulelen (made in Germany) beziehe ich direkt beim Hersteller im bayrischen Kitzingen.


Meine beiden Ruheständlerinnen, zwei Klassiker der Marke Brüko,
haben sich nach jeweils 10 Jahren Dauereinsatz im Unterricht wie
auf der Bühne einen leisen Ehrenplatz in meiner Bibliothek verdient.


Meine Ukulelen


Für den Unterricht bestelle ich meine Ukulelen bei der in Bayern ansässigen Firma Kollitz (Brüko), ich habe damit beste Erfahrungen, auch mit dem Service, und kann die Brüko-Ukulelen deshalb sehr empfehlen. Wer sich vor der Kaufentscheidung von den Unterschieden überzeugen möchte, kann sich bei mir eine Ukulele ausleihen - für die ersten Stunden. Die Instrumente sind in Handarbeit gefertigt. Bei einem Besuch der kleinen Firma im bayerischen Kitzingen konnte ich mich vom traditionellen Handwerk überzeugen.

Das Sortiment sowie meine eigene "Sammlung" hat sich im Laufe der Jahre erweitert. Ich persönlich bevorzuge die Modelle, deren Korpus aus dem hellen Holz von Ahorn gemacht sind - aber das ist nur mein persönlicher Geschmack, vom Klang und von der Spielbarkeit sind alle anderen Modelle der Firma ebenfalls bester Qualität. Die aktuellen Serienmodelle sind ab 139 Euro erhältlich - das mag verglichen mit Preisen aus dem Musikladen teuer klingen, aber wir reden hier wirklich von solide hergestellten Instrumenten - made in Germany...

   
Beispielsweise diese Brüko, beim meinem Besuch in Kitzingen war sie noch der Prototyp einer Langhals-Ukulele aus weißem Ahorn, mit 3/4-Zarge, mit gewölbtem Boden, mit eimem satten lauten Klang. Damals (2009) gab es für die Langhals-Ukulele (drei weitere Bünde) noch keinen passenden Koffer, heute schon. Auch für die inzwischen sehr beliebten flachen Brükos (1/2-Zarge) gibt es nun passende, nämlich flache Koffer.

Während der Musikmesse in Frankfurt (2008) entdeckte ich eine zierliche Soprano aus Koa-Holz, gebaut im klassischen Stil der 1920er, mit Intarsien verziert. Sie stammt aus dem Hause "Risa", ebenfalls eine deutsche Marke. Da sie bis in die höchsten Bünde völlig bundrein ist, eignet sie sich vor allem zum solistischen Melodiespiel, beim Akkordspiel klingt sie etwas dünn, das heißt: leise. Der dezent eingebaute Tonabnehmer macht sie zwar bühnentauglich, aber ihre akkustischen Feinheiten kommen elektrisch verstärkt kaum zur Geltung. Zur damaligen Zeit musste man für ein Exemplar der auf 15 Stück limitierten Auflage an die 500 Euro locker machen - das ist die Rarität sicher wert, zum täglichen Üben würde ich sie daher nicht nutzen. Risa vertreibt auch Originale aus Hawaii. Vor allem hat sich Risa (Rick Sauer, ansässig im hessischen Groß-Umstädt) aber auf elektrische Ukulelen spezialisiert - also: wer's richtig krachen lassen will...


Langshals-Ukulele aus Ahorn von Brüko
Passende
Koffer gibt es inzwischen  auch





Retro-Ukulele von Risa
eine Rarität aus hawaiianischem Koa-Holz

 
 

Ist "Hauptsache billig" eine Option?

Nein! Die nach dem Motto "Geiz ist geil" verkauften Ukulelen aus asiatischer Produktion befriedigen, falls überhaupt, nur dekorative Belange - dann am besten in knalligen Farben lackiert. Selbst einige, auf den ersten Blick edel wirkende Modelle der leicht gehobenen Preisklasse weisen oft inakzeptable Mängel auf. Größte Schwachstelle ist das Klirren der gegriffenen Saiten auf den folgenden Bundstäben, von Bundreinheit ganz zu schweigen. Diese Geräte verdienen die Bezeichnung Instrument nicht, ich fasse sie lediglich zur Demonstration der Mängel an, quasi zur Abschreckung...

Bei den meisten Importen aus Ostasien ist auch die Brücke zu schmal - und damit die Klebefläche zu gering. Sind von dieser Fläche auch noch die Löcher für die Saitenbefestigung ausgespart, bietet der völlig ungeeignete Klecks Holzleim nicht mehr genügend Haftung. Selbst als Accesoir in der Schrankwand wird man damit nicht lange Freude haben. Denn irgendwann des Nachts ist ein seltsames Knacken zu vernehmen, bevor die Brücke der Saitenspannung nachgibt und mit einem Knall das Weite sucht! Desweiteren ist nicht alles Gold, was glänzt. Auch Modelle zu schon Vertrauen erweckenden Preisen (ab 100 Euro) sind vor den genannten Mängeln nicht gefeit. Hübsche Perlmut-Intarsien (aus Plastik...) gaukeln zwar Noblesse vor, aber spätestens beim Zupfen einer Saite weiß der Fachmann, dass er Schrott in den Händen hält. Ebenso wenig garantiert mir heutzutage der Name einer weltbekannten Marke noch Qualität.


Da Ukulelen im Musikladen von Verkäufern eher weniger ernst genommen werden, liegen sie meist auch ungestimmt im Regal. Das Prüfen der Spielbarkeit und des Klangs ist aber nur im stabil gestimmten Zustand möglich. Die zum Testen nötige Ruhe ist in den Läden leider auch selten vorhanden. Bei Reklamationsansprüchen berufen sich Verkäufer heute gern auf das Nachbesserungsrecht nach europäischer Gesetzgebung, anstatt die Ware - wie früher üblich - einfach zurück zu nehmen. Oder Sie werden gleich mit dem Satz konfrontiert: Was haben Sie denn für diesen Preis erwartet!



 

Richtig teuer geht's auch!

Zur oben genannten Musikmesse in Frankfurt erkundigte ich mich am Stand eines renommierten Gitarrenherstellers nach einer im Katalog abgebildeten Ukulele. Der Grund, weshalb dieses  schnucklige Modell aus Kirschholz nicht draußen zum Probieren ausgestellt war, beantwortete sich von selbst nach der Frage, was man dafür im Laden berappen müsste, nämlich: 2500 Dollar... Da muss der prüfende Blick reichen - auch weil ein Urteil darüber, ob der Klang des Instrumentes den Preis wirklich rechtfertigt oder ob hier nur eine Legende teuer verkauft werden soll, schon wegen des Lärms in den Ausstellungshallen unmöglich war.



 

 

Bei einer Lieferung neuer Brüko Ukulelen für meine Schüler wird es in meinem kleinen Musikstübchen eng.
Und die gestandenen Dienst-Ukulelen im Hintergrund werden eifersüchtig, die Gitarren sowieso.
Zum Glück ahnen die Ukulelen in den Koffern unter dem Tisch nichts von den zweitweiligen Sondergästen.


Resümee


Es gibt sehr billige (Schrott!), sogenannte günstige (genauso unbrauchbar), preiswerte (gute), aber auch völlig überteuerte Ukulelen. Letzteres kann ein qualitativ hochwetiges Instrument sein, vor allem aber bezahlt man dann eine historische Reputation - die Legende. Aus all den geschilderten Gründen bestelle ich Ukulelen (für mich oder auf Wunsch für meine Schüler) nur direkt beim Hersteller, der Firma Kollitz/Brüko in Bayern. Bei Brüko kann ich mich auf den guten alten Service verlassen. Ich habe die Werkstatt besucht und seit vielen Jahren einen guten persönlichen Draht.

Für die ersten Stunden stelle ich gern eine Leih-Ukulele zur Verfügung, wodurch man den Klang verschiedener Modelle vergleichen kann. Wer sich überzeugt hat, kann dann nach seinen persönlichen Vorlieben ein preiswertes Standard-Modell oder auch seine individuelle "Traum-Ukulele" bestellen.

Bei Gitarren begleite ich meine Schüler in ein Geschäft meines Vertrauens. Das Minimum ist für mich das Rückgaberecht innerhalb einer angemessenen Testfrist von 14 Tagen. Das ist heute keine Selbstverständlichkeit - bei selbst verursachten Beschädigungen ist es mit dem vereinbarten Rücknahmerecht natürlich vorbei. Wer als Anfänger erst ein paar Stunden probieren will, bevor er viel Geld ausgibt: Ich halte auch einige einfache Leih-Gitarren bereit, bei denen kommt es auf einen Kratzer mehr oder weniger nicht an.

Mir ist wichtig, dass meine Schüler gleich zu Beginn mit einem guten Instrument - sei es bei mir ausgeliehen oder bereits gekauft - lernen können. Denn der Ton macht die Musik.

Unter dem mache ich es nicht!