Infos für Radler

Die in gut sortierten Buch- und Radläden erhältliche Faltmappe Greenway Prag-Wien ist handlich, bietet mit dem Maßstab von 1:110000 jedoch nicht die wünschenswerte Genauigkeit. Da auf der Strecke auch mal ein Wegweiser fehlt oder übersehen werden kann, wären die regionalen Radweg-Karten im Maßstab 1:75000 besser geeignet - um aber die beschriebene Strecke abzudecken, müsste man ein Dutzend dieser Einzelkarten mit sich führen.


Für Gepäckminimalisten kommt das nicht in Frage. Insofern ist die Greenway-Mappe ein Kompromiss - in Verbindung mit diversen Navigations-Apps findet man seinen Weg.

 


Unter greenways.at/downloads lassen sich Kartenausschnitte, Streckenbeschreibung und Infos zu Sehenswürdigkeiten laden - mit deutscher Übersetzung. Folgende Übersicht zeigt den von mir befahrenen Teil (Hin- und Rückfahrt), meine Radelstrecke beginnt in Prag (A) - ich folge dem Greenway Prag-Wien. Im Osten Südmährens, bei Valtice (7), schwenke ich südwärts ins Niederösterreichische Weinviertel um Poysdorf ab, meine Wendeschleife bringt mich bei Laa an der Thaya (9) zurück nach Tschechien, wo ich wieder dem Greenway folge, nur in umgekehrter Richtung. Nach Šatov (5) passiere ich nochmals die Grenze zu Österreich und fahre über Heufurth nordostwärts, bis ich bei Šafov wieder in Tschechien bin. Ich fahre über Slavonice (10), Neuhaus (11), Tabor (12), Tynec (13) nach in Prag (14). Ich drücke mich vor dem Betongürtel der Metropole und nehme die Bahn bis Čelákovice (15), um von da an der Elbe entlang - über Mělník (16) und Litoměřice (18) - heimwärts zu radeln. Ab Usti nad Labem (19) nehme ich die Bahn bis Bad Schandau, wo ich nach Dresden umsteige.






Das Streckenprofil zeigt den Gesamtweg (Hin- und Rückfahrt) von Prag bis Valtice, die dortige Wendeschleife im Niederösterreicher Weinviertel (ca bei km 300), die Rückfahrt nach Prag und den Heimweg an der Elbe bis Usti nad Labem. Die höchsten Steigungen befinden sich in den Landschaften zwischen Česká Kanada und dem Thaya-Nationalpark in Südböhmen. Die beschriebene Gesamtstrecke besteht überwiegend aus ruhigen Landstraßen, teils geht es durch Wälder und dort auch mal über Schotterwege oder über Stock und Stein.



Wer die ausufernde Millionenstadt Prag entlang des Moldau-Ufers anradelt oder auf gleiche Weise verlässt, kann nicht viel falsch machen. Bei der Radelei (grün gepunkelte Strecke) vom/zum Greenway Prag-Wien oder zur/von der Elbe muss man jedoch durch durch den riesigen Betongürtel mit Industriegebieten und Hochhaussiedlungen. Eine Alternative bieten hier die S-Bahnen, die auf dem zentral gelegenen Prager Sackbahnhof Masarykov ankommen bzw. abfahren. In weniger als einer halben Stunde lässt man den Moloch der Hauptstadt mit der Bahn (schwarz gekunktelte Strecke) hinter sich und steigt in Čelákovice an der Elbe aus, wo man den - anfangs sehr gut ausgebauten - Radweg Nr. 2 nach Mělník radeln kann. Das elektronische Ticket erwerbe ich bequem mit der App der Deutschen Bahn, man kann es aber auch beim Schaffner kaufen - ohne Aufpreis.



 
Ubytování, zu deutsch so viel wie Unterkunft. In Quartieren dieser eher einheimischen Gästen angebotenen Kategorie kann man für vergleichsweise wenig Geld unterkommen, es ist aber auch kein westeuropäischer Standard zu erwarten - mitunter ist Tschechisch die einzige Verkerhssprache. Man findet diese preisgünstigen Herbergen bisweilen auch in Dörfern, die wenig attraktiv sind. Sie können auch Saisonarbeitern als Unterkunft dienen, sind beim heimischen Wandervolk aber ebenso begehrt. In der Feriensaison gibt nirgends eine Garantie, ein Zimmer zu finden, am Wochenende ist es fast aussichtslos. Nach meinen Erfahrungen empfiehlt es sich sehr, Pensionen, Einzelzimmer teils ab 15 Euro, über diverse Booking-Agenturen vorzubuchen - für den Preis ist üblicherweise kein Frühstück inbegriffen, teils aber gegen einen angemessenen Aufpreis erhältlich.


Für 50 Kronen, die größte Münze der Landeswährung, ließ sich in diesem Sommer in einer Schankwirtschaft ein Viertel Traminer oder ein anderer der köstlichen südmährischen Weißweine genießen, für den gleichen Betrag konnte man seinen Radlerdurst mit zwei halben Liter frisch gezapftem Staropramen oder anderen regionalen Pilsnern stillen. In den Touristenfallen Prags ist freilich alles etwas teurer, dafür machen sich die zahlreichen Wechselstuben an der Karlsbrücke gegenseitig Konkurrenz, so dass man die 50-Kronenmünze für glatt 2 Euro erwerben könnte. Die Gastronomen und Hotels der Haupstadt nehmen aber ebenso gern Euro in Zahlung wie die Kollegen in Grenznähe zu den Euro-Ländern, wo der Umtausch für die Einreisenden wiederum etwas ungünstiger ist. Es kommt aber auch vor, dass Einheimische den Übernachtungspreis von 300 Kronen mal locker auf 10 Euro abrunden, was dann eher großzügig ist. Knausrige Rechnerei wäre für Reisende aus dem westlichen Euro-Raum in Tschechien allerdings unangemessen, das Währungsgefälle ermöglicht auch dem Radler mit kleinem Budget sorglose Wandertage.




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Unterwegs mit der Ukulele